Da kiekste, wa!

  • Couplet

    Couplet

    Das Couplet ist eine Liedform mit humorvollem bzw. aktuell-politischem Inhalt. Jede Strophe stellt eine für sich abgeschlossene Geschichte dar und endet in einem immer wiederkehrenden Refrain.
    Schon im 18. Jahrhundert kam es in Singspielen vor, später auch in Operetten (z.B. bei Offenbach). Bekanntester Schöpfer von Kabarettcouplets war Otto Reutter.
  • Dietrich, Marlene

    Marlene Dietrich , Schauspielerin und Chansonniere (1901-1992)

    Trat zunächst in kleinen Rollen in Filmen und Theatern sowie in Kabarettrevuen auf. Erster größerer Erfolg in Mischa Spolianskys „Es liegt in der Luft“ 1928. Wurde 1929 für den Film „Der blaue Engel“ entdeckt, der ihren Weltruhm begründete.
    Ging 1930 nach Hollywood und wurde dort ein begehrter Filmstar. Daneben Aufbau einer großen Karriere als Chansonniere. Sang im zweiten Weltkrieg für amerikanische Soldaten, u.a. „Lili Marleen„, wofür sie in Deutschland von Vielen als Verräterin angefeindet wurde.
    Bekannte Songs und Chansons, z.T. für sie geschrieben: „Ich bin von Kopf bis Fuß“ und „Jonny“ (F. Hollaender), „Peter“ (R. Nelson), „Sag mir, wo die Blumen sind“ (P. Seeger).
  • Drehorgel

    Die Drehorgel (Leierkasten)

    Eine Drehorgel, oder auch Leierkasten, ist ein mechanisches Musikinstrument. Der Spieler einer Drehorgel, in Norddeutschland volkstümlich Leierkastenmann genannt, betätigt eine Kurbel, die ein aufwändiges Steuersystem im Innern des Instrumentes in Bewegung setzt.
    Die Funktion des Musikers wird durch eine mechanische Steuerung übernommen, die entweder mechanisch, pneumatisch oder inzwischen elektronisch durch Disketten das Musikprogramm speichert.
    Die Blütezeit erlebte der Leierkasten um die letzte Jahrhundertwende, wo der Leierkasten noch auf den Berliner Hinterhöfen im so typischen „Zille-Milljöh“ erlebt hat.
  • Gassenhauer

    Gassenhauer

    Der Berliner Gassenhauer (z.B. „Herr Bolle„, „Komm Karlinekin“ ) wurde durch Bänkelsänger, Harfenisten, Drehorgelspieler, Hofsänger in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert auf den Gassen von Berlin verbreitet.
    Dabei entstanden oft Variationen und Parodien zu den ursprünglichen Stücken. Gassenhauer waren zur damaligen Zeit populäre Lieder und im heutigen Sinne „Schlager“
  • Heymann, Richard Werner, Komponist und Kabarett

    Richard Werner Heymann,
    Komponist (1896-1961)

    In den 20er Jahren arbeitete er in Berlin mit Friedrich Hollaender als Hauskomponist im Kabarett „Schall und Rauch“ (seit 1919) und ab 1921 im Kabarett „Wilden Bühne“. Großen Erfolg hatte er mit seinen Filmkompositionen („Die drei von der Tankstelle„, „Der Kongreß tanzt„).
    1933 emigrierte er erst nach Paris, dann in die USA. Dort war er als Filmkomponist weiter erfolgreich („Sein oder Nichtsein„) tätig.
  • Hollaender, Friedrich

    Friedrich Hollaender,
    Kabarettautor und Komponist (1896-1976)

    Einer der bekanntesten Komponisten und Autoren der leichten Muse der „goldenen“ Zwanziger. Schrieb für Film, Bühne und Kabarett, darunter so bekannte Songs wie „Jonny“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß“ für Marlene Dietrich.
    Viele Kabarettrevuen u.a. auch zusammen mit Rudolf Nelson, die neben Schlagern auch viele zeitkritische Songs enthielten. 1931 Gründung eines eigenen Kabarett- Theaters „Tingel- Tangel„. Mußte 1933 emigrieren. Ging nach Amerika und komponierte Hollywood die Musik zu vielen Filmen.
    1952 Rückkehr nach Deutschland. War zeitweise verheiratet mit der bekannten Kabarettistin Blandine Ebinger, für die er den Zyklus „Lieder eines armen Mädchens“ schrieb.
  • Lincke, Paul

    Paul Lincke,
    Operettenkomponist und Dirigent (1866-1946)

    Mit 18 Jahren in Berlin Kapellmeister an verschiedenen Unterhaltungsbühnen. Hauptvertreter der Berliner Operette.
    Bekannte Werke sind u.a. die Operetten „Frau Luna“ (1899), „Lysistrata“ (enthält das „Glühwürmchenidyll„) (1902) und der populäre Marsch „Berliner Luft„.
  • Mackeben, Theo

    Theo Mackeben, Kapellmeister, Komponist und Pianist (1897-1953)

     Schrieb Musik u.a. zu über 50 Tonfilmen; auch Operetten, Orchesterstücke und eine Oper „Manuela“ (1937). 1928 Dirigent der Uraufführung von Brecht/ Weills „Dreigroschenoper„.
    Brachte Millöckers „Gräfin Dubarry“ (1879) durch Neubearbeitung 1931 zum Welterfolg.
  • Nelson, Rudolf

    Rudolf Nelson,
    Kabarett- und Operettenkomponist (1878-1960)

    Gründete 1904 seiner erstes Kabarett „Roland von Berlin“. Zwischen 1910 und 1918 komponierte er ein halbes Dutzend Operettenrevuen (u.a. „Miss Dudelsack“, „Chauffeur, ins Metropol!“).
    Vor allem in der Weimarer Republik entstanden viele Kabarett-Revuen („Bitte zahlen“ (1921), „Die Nacht der Nächte!“ (1926), „Quick“ (1930) und Chansons wie „Das Ladenmädel„, „Das Nachtgespenst„, „Fang nie was mit der Verwandtschaft an„, „Mir ist so nach Tamerlan„, „Die Dame von der alten Schule„.
    Kehrte 1933 nach einer Tournee nicht mehr nach Deutschland zurück und schuf 1934 in Amsterdam das Exil-Kabarett „La Gaite„.
    1949 Rückkehr nach Deutschland.
  • Reutter, Otto

    Otto Reutter, Couplet-Dichter und humoristischer Vortragskünstler (1870-1931)

    Erster Auftritt 1896 am „Apollo-Theater“ in Berlin. Danach Engagements in allen großen Varietétheatern in ganz Deutschland (z.B. „Berliner Wintergarten“, „Leipziger Krystall-Palast“, „Hamburger Hansa- Theater“).
    Er schrieb über 1000 selbstvertonte Couplets („Der Überzieher„, „In fünfzig Jahren ist alles vorbei„, „Nehm‘ Sie ’nen Alten„).
    Erlag 1931 einem Herzleiden.